Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Medien
Faculty of Media

Aktuelles

FB Medien > Personen > Prof. Dr. rer. nat. Christian Geiger > Wie fühlt man sich im Alter?
Medien / Alterssimulation, Prof. Dr. rer. nat. Christian Geiger
17.02.2015

Wie fühlt man sich im Alter?

​​​​​Wie fühlt man sich im Alter?

Deutsche Rote Kreuz und FH Düsseldorf präsentieren Alterssimulation im stilwerk Düsseldorf. 
Im Rahmen der Charity-Wochen des bekannten Designcenterstilwerk zeigte das Deutsche Rote Kreuz Anfang Februar verschiedene Angebote im Kontext Demenz und Alter. Da die FH Düsseldorf im Forschungsschwerpunkt Nutzerwelten an ähnlichen Themen arbeitet, lag es nahe, im Vorfeld der Veranstaltung kurzfristig über gemeinsame Aktionen nachzudenken. "Da wir aktuell eine Abschlussarbeit im Bereich Alterssimulation betreuen, ist dies eine attraktive Möglichkeit, erstes Nutzerfeedback zu dem entwickelten Prototyp zu erhalten", freuten sich Alina Huldtgren und Christian Geiger vom Fachbereich Medien über die Möglichkeit der Zusammenarbeit.

Roman Wiche, Student der Medieninformatik, entwickelt aktuell im Rahmen seiner Bachelorarbeit ein System, das die visuelle und akustische Wahrnehmung profilbezogen durch IT-Technologie verändern kann. Dazu nehmen zwei Kameras, die an einer 3D-Brille in Höhe der Augen montiert sind, das Gesehene auf und stellen es auf der Videobrille dar. Parallel werden Mikrofone außen an einem Gehörschutz befestigt und zu In-Ear Mikrofonen weiter geleitet, die der Benutzer trägt. Durch diese seltsam anmutende Konstruktion kann der Düsseldorfer Student die aufgenommenen visuellen und akustischen Reize durch einen Computer verändern. So ist es einfach möglich, den Sichtbereich einzuschränken, bestimmte Tonhöhen auszublenden oder die Reize mit einer kleinen Verzögerung zum Nutzer weiter zu leiten. "So erlebt der Nutzer des Systems wie sich Einschränkungen des Seh- und Hörsinns anfühlen", erläutert Christian Geiger die weiterführende Idee dieses ersten Prototypen, "letztendlich möchten wir bestimmte Alltagssituationen so darstellen, wie jemand mit eingeschränkten körperlichen und evtl. auch kognitiven Fähigkeiten diese erleben könnte". Dabei kommt es nicht so sehr auf die exakte Simulation an, sondern das System dient eher dazu, ein Verständnis für derartige Einschränkungen zu vermitteln. "Im Rahmen unserer Forschung ist es uns wichtig, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und technische Lösungen für seine Bedürfnisse zu entwickeln. Dazu ist es für uns Entwickler notwendig, dass man die potentiellen Nutzer gut versteht und sich in deren Situation hinein versetzen kann", erläutert Alina Huldtgren die Motivation der Arbeiten im Forschungsschwerpunkt Nutzerwelten. Im stilwerk Düsseldorf konnten die Besucher diesen Prototyp und einen Alterssimulationsanzug mit einem Tremor-Simulator ausprobieren. Viele zeigten sich bereits von Roman Wiches frühem Prototypen sehr beeindruckt und bestätigten, dass man sich nun besser vorstellen kann, wie es sich anfühlt, wenn der Körper nicht mehr so mitmacht, wie man es von früher gewohnt ist. Sabine Jokl vom DRK freut sich über die gelungene spontane Kooperation und wünscht sich in Zukunft weitere Gelegenheiten zur Zusammenarbeit.

​​

​​

Roman Wiche und Alina Huldtgren präsentieren im stilwerk Düsseldorf​